QBE: Was bedeutet eigentlich „zwischen den Jahren“?

12. Dezember 2023

Woher kommt eigentlich die Bezeichnung „zwischen den Jahren“. Ich finde die übrigens reichlich bescheuert. Außerdem bleibt die Frage, was ist das überhaupt für eine komische Zeit zwischen den Jahren?

Hier stehen wir also, zwischen Weihnachten und Silvester, in einem liminalen Raum, der weder das alte Jahr noch das neue Jahr sein will. Ein Ort, an dem die Tage in einer seltsamen Schwebe verharren, als ob die Zeit selbst kurzzeitig beschlossen hätte, eine Pause einzulegen und eine Tasse Tee mit dem Schicksal zu trinken.

Aber lasst uns tiefer graben – oder vielleicht eher schürfen- oder schlürfen *schlürf* – in diese bemerkenswerte Begrifflichkeit: „Zwischen den Jahren“. Als wäre die Zeit, die sich zwischen den Tagen verkriecht, eine vergessene Socke in der Waschmaschine der Existenz.

Ist es nicht faszinierend, wie wir diesen Zeitraum als etwas anderes betrachten, als wäre er ein magischer Übergang von einer Realität zur nächsten? Als würden die Uhrzeiger plötzlich entscheiden, sich zu verlangsamen, um uns Zeit zu geben, all die guten Vorsätze zu überdenken, die wir im neuen Jahr wieder brechen werden.

Vielleicht sollten wir diese Zeit des Jahres als ein kosmisches Scherzexperiment betrachten. Ein Zeitraum, in dem die Uhren stottern und die Kalenderseiten sich zögerlich umblättern, als hätten sie kurzzeitig den Sinn ihrer Existenz vergessen.

Und was ist mit den traditionellen Bräuchen dieses mysteriösen Zwischenreichs? Das Weihnachtsessen liegt wie ein Wackerstein im Magen, während der Countdown zu Silvester bereits in den Gehirnwindungen tickt. Es ist, als würde die Zeit, die zwischen den Jahren steckt, sich im Zickzack durch unsere Kalender navigieren.

In diesen mysteriösen Tagen zwischen den Jahren, wo die Uhrzeiger im Schneckentempo wandern und die Kalenderseiten zögerlich auf das nächste Kapitel umblättern, offenbart sich uns eine erstaunliche Bandbreite an Möglichkeiten. Ein zeitlicher Spielplatz, auf dem wir die Jonglierbälle der Verantwortung in die Luft werfen und uns fragen, ob sie tatsächlich wieder auf dem Boden landen müssen.

Zwischen den Jahren könnten wir uns jenen lästigen Aufgaben widmen, die wir das ganze Jahr über vor uns herschieben. Viel wahrscheinlicher ist jedoch, das wir diese, wie auch im restlichen Jahr, wieder nur mit einem triumphalen „Später!“ abweisen. Das Steuererklärungsformular? Morgen ist auch noch ein Tag zwischen den Jahren. Die Fitnessvorsätze? Starten wir vielleicht doch lieber im neuen Jahr – oder dem darauf folgenden. Es ist die Zeit des Aufschubs, ein vorübergehender Zufluchtsort vor den Forderungen der Produktivität.

Wir halten fest, zwischen den Jahren verbergen sich nicht nur die lästigen Dinge, die wir gerne aufschieben. Hier können wir auch die Freuden der Muße entdecken, die uns im eiligen Trubel des Alltags entgangen sind. Vielleicht ist es die perfekte Zeit, sich auf das heimelige Sofa zu kuscheln und einen Berg von Büchern zu erklimmen oder sich mit einer Tasse dampfenden Tees in die Gedankenwelten der Philosophie zu vertiefen. Zwischen den Jahren könnten wir uns sogar der Kunst des Nichtstuns hingeben – dem süßen Luxus der Zeit, die keine Eile kennt.

Es ist die Gelegenheit, um über die Natur der Dinge nachzudenken. Zwischen den Jahren können wir uns fragen: Warum schieben wir bestimmte Dinge auf? Welche Freuden verbergen sich in den kleinen Pausen zwischen den Pflichten? Und warum nicht auch einmal die unerwarteten Ecken des Lebens erkunden, die wir sonst übersehen?

In der absurden Tanzfläche zwischen den Jahren können wir unsere Träume tanzen lassen, als wären sie schillernde Schneeflocken, die in der Wirklichkeit schmelzen. Wir können die Logik der Zeit für einen Moment aussetzen und die Freiheit genießen, zwischen den Minuten zu schweben. In diesen Momenten des „nichts tun“ bietet sich auch immer mal wieder die Gelegenheit ungehört Podcasts weiterzuhören, wie wäre es mit den ganzen ungehörten Ausgaben des Quatschbrötchens die noch in eurer Podcast-App warten?

In diesem Stapel an ungehörten Podcasts landet wahrscheinlich auch diese Folge, irgendwann um Ostern wird diese vielleicht gesichtet und als „gehört“ markiert. Wer mag denn noch Weihnachtsthemen zur Osterzeit?

In diesem Zwischenreich der Verrücktheit können wir lachen über die Vorstellung, dass die Zeit uns in einem Moment der Konfusion einen Streich spielt. Denn vielleicht, nur vielleicht, liegt die wahre Erkenntnis zwischen den Jahren im Mut, das Lachen über die Unsinnigkeit des Lebens zu erheben.

In diesem Sinne erhebe ich mein Glas – oder besser gesagt, meine imaginäre Tasse Tee mit dem Schicksal – auf die absurden, lachenden Minuten zwischen Weihnachten und Silvester. Möge die Zeit weiterhin tanzen, auch wenn wir manchmal vergessen, die Musik zu hören.

Prost, auf die Zeit zwischen den Jahren – eine Zeit, die uns lehrt, dass der größte Witz im Universum oft das eigene Dasein ist.

Oder eben: Frohe Ostern! Je nach dem wann ihr diese Folge hört!


Moderation:

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Gregor Börner
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Matthias Kreuzberger


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Musik im Vor- und Abspann (ab Folge 60):

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